Die Infrarotthermografie bei Pferden ist eine ganzheitliche, bildgebende und schonende Methode, bei der das Pferd stressfrei und in seiner gewohnten Umgebung berührungslos unter­­­sucht werden kann. Die Kamera nimmt die vom Pferd abgestrahlten Temperaturen (Infrarotstrahlung) auf, ohne dabei selbst Strahlung auszusenden und ist somit völlig ungefährlich.

Feinheiten der Infrarot-Diagnostik

Wie bei jeder sensiblen Technik hat auch eine thermografische Untersuchung viele Feinheiten, die man als Thermograf entsprechend kennen und vermeiden muss. Um zum einen die sachgemäße Handhabung der Infrarotkameras, sowie die Qualität der Messung nach strukturierten Aufnahmestandards und zum anderen die darauffolgende hochwertige Bearbeitung und Auswertung der aufgenommenen Bilder zu gewährleisten und um sich nicht zu Fehlaussagen verleitet zu lassen, ist eine fundierte Ausbildung zum Thermografen und Erfahrung unumgänglich.

Hier ist besonders wichtig, dass vor jeder thermographischen Untersuchung, neben dem Ort, an dem das Pferd thermografiert werden soll, auch sämtliche Faktoren wie z.B. Einwirkungen von außen auf das Pferd oder Haut- und Fellirritationen begutachtet und dokumentiert werden. Als zertifizierte Pferdethermografen und zert. Thermografen nach ISO 18436-7 gehört eine solch qualitativ hochwertige Arbeitsweise zu unserem täglichen Tun und ist für uns ein ebenso selbstverständlicher Anspruch, wie er auch von unseren Kunden, Partnern und deren Pferden erwartet werden kann.

 

FAQ zur Pferdethermografie

WICHTIGEN INFORMATIONEN IM ÜBERBLICK

Wie funktioniert eine Wärmebildkamera?

Eine Wärmebildkamera nimmt die Infrarotstrahlung eines Objektes (in unserem Fall: des Pferdes) auf und ordnet jeder Temperatur eine Farbe zu. So erscheint dann das „bunte“ Bild.

Was ist Infrarotstrahlung?

Infrarotstrahlung (IR-Strahlung) - auch als Wärmestrahlung bezeichnet - ist Teil der optischen Strahlung und damit Teil des elektromagnetischen Spektrums. Sie schließt sich in Richtung größerer Wellenlängen an das sichtbare Licht an. Ihr Wellenlängenbereich reicht von 780 Nanometer bis 1 Millimeter.
Die wichtigste natürliche Quelle für Infrarot-Strahlung ist die Sonne. Infrarot-Strahlung hat einen Anteil von ca. 50 Prozent an der Sonnenstrahlung, die den Erdboden erreicht. Außerdem gibt die durch die Sonneneinstrahlung erwärmte Erde Infrarot-Strahlung ab.
Jeder "warme" Körper (Körpertemperatur oberhalb des absoluten Nullpunkts von circa -273 °C) gibt Infrarotstrahlung ab. Die abgestrahlte Energiemenge und die Wellenlängenverteilung der Strahlung hängen von der Temperatur des Körpers ab. Je wärmer ein Körper ist, umso mehr Energie in Form von IR-Strahlung gibt er ab und umso kürzer ist die Wellenlänge der Strahlung.

Ist die Strahlung der Kamera eine gesundheitliche Gefahr?

Die Kamera nimmt nur die vom Pferd selbst abgegebene Infrarotstrahlung auf und gibt selbst keine Strahlung ab. Es gibt also keine gesundheitlichen Risiken aufgrund der Pferdethermografie.

Was ist ein Hotspot?

Ein Hotspot ist ein sehr warmer Temperaturpunkt und weist auf starke Durchblutung hin. Ist dieser an einer unüblichen Stelle oder im Vergleich zur Gegenseite (z.B. Unterschied rechtes Bein – linkes Bein), zeigt der Hotspot an, dass an dieser Stelle eine thermografische Auffälligkeit, also ein mögliches gesundheitliches Problem vorliegt.

Können Verdauungsprobleme oder Trächtigkeitsstatus auf dem Wärmebild erkannt werden?

Nein. Eine Wärmebildkamera misst die Oberflächentemperatur bzw. die Abstrahlung – Rückschlüsse auf innenliegende Organe oder den Entwicklungsstatus eines noch ungeborenen Fohlens können nicht getroffen werden.

Kann sichtbar gemacht werden, was verletzt ist?

Anhand der Wärmebilder können die Stellen gefunden werden, welche aktuell stärker oder schwächer durchblutet werden, somit stärkere oder schwächere Wärmestrahlung abgeben und dann daraus schließen, dass eine mögliche Ursache dort zu finden ist. Weil im Pferdekörper aber viele Strukturen übereinander liegen, können anhand der Thermografie die Bereiche eingegrenzt und lokalisiert werden, in denen Muskeln, Sehnen, Gelenke, Faszien usw. betroffen sind, oder Bereiche, in denen es sich ggf. um äußerlich nicht sichtbare Verletzungen, Verspannungen, Blockaden usw. handelt. Die Thermografie macht diese Auffälligkeiten bildhaft deutlich, ist dementsprechend ein wichtiger Punkt im Rahmen der Diagnostik und vereinfacht somit den Weg zur Diagnose, die dann vom Tierarzt, Physiotherapeuten, Osteopathen, Zahnarzt usw. gestellt wird.

Wie lange dauert einen Thermografie?

Dies ist oft individuell, aber je nach Art und Aufwand kann man von 45 Minuten bis zu einer Stunde, plus Vorbereitungszeit und Nachgespräch, ausgehen. Kommt noch eine thermografische Sattelkontrolle hinzu, sollte man etwa 30 Minuten zusätzlich einplanen.

Muss man das Pferd bei bzw. vor der thermografischen Sattelkontrolle reiten?

Ja, das Pferd muss insgesamt ca. 15-20 Minuten gleichmäßig auf jeder Hand und, wenn möglich, durch alle Gangarten geritten werden.

Darf das Pferd vor dem Thermografie-Termin geritten werden?

Nein. Das Pferd darf an dem Tag des Termins vorher nicht aktiv bewegt werden.

Sollte man das Pferd vor dem Termin waschen damit es richtig sauber ist?

Nein, definitiv nicht. Dies wäre äußerst kontraproduktiv. Das Pferd muss trocken und sauber von grobem Schmutz und Staub sein.

Sollte man die langen Haare (Mähne u. Schweif) einflechten?

Mähne und Schweif sollten immer vorher hochgebunden (Haarklammern) bzw. eingeflochten werden.

Wie sollte man das Pferd während der Thermografie in die richtige Position bringen?

Während der Thermografie sollte das Pferd nicht direkt mit den Händen angefasst werden, da dies thermografisch sichtbare Rückstände an der Oberfläche hinterlässt und dies verfälscht das Ergebnis. Daher sollte das Pferd nur am Halfter geführt werden.

Was muss das Pferd zur Pferdethermografie können?

Das Pferd sollte stillstehen und halbe Schritte machen können. Gelegentliches Drehen oder kurz um die eigene Achse laufen ist kein Problem.

Das Pferd ist ängstlich, schreckhaft und lässt sich nicht von Fremden anfassen – ist das ein Problem?

Dies ist kein Problem, da das Pferd bei der thermografischen Untersuchung nicht angefasst werden muss und wir diese zudem äußerst ruhig und einfühlsam durchführen. Auch äußerst skeptischste, schreckhafte und unsichere Pferde haben mit der Pferdethermografie in der Regel kein Problem und sind nach kurzer Zeit ruhig und gelassen dabei.

Wie lange muss man auf den fertigen Bericht warten?

Die Auswertung, also der fertige Bericht dauert in der Regel etwa 3 Tage. Sollte es jedoch aufgrund einer anstehenden Folgebehandlung wichtig sein, den Bericht schneller zu haben, weil bereits am nächsten oder übernächsten Tag ein anderer Therapeut vor Ort ist und die Bilder dazu benötigt werden, finden wir mit unserem Team auch dafür eine Lösung.

Was steht in dem Bericht?

In dem Bericht sind alle Bilder inkl. deren Kennungen, welche Auffälligkeiten zeigen, sowie Erläuterung zu den auffälligen Wärmemustern in den jeweiligen Bereichen strukturiert aufgezeigt. Wenn nötig, also sofern Tierärzte oder Therapeuten eingesetzt werden sollten, stehen diese Empfehlungen zu weiteren Verfahrensweisen selbstverständlich auch im Bericht. Wenn nötig und gewünscht, können wir auch gerne an Tierärzte, Physiotherapeuten, Osteopathen usw. verweisen, sofern Sie diesbezüglich Kontakte wünschen.

Kann ich bei Fragen nach unserem Termin nochmal anrufen?

Selbstverständlich geht das. Ob Anruf oder Email, wir haben immer ein offenes Ohr für unsere Kunden und Partner.

Wie kann man einen Termin vereinbaren?

Wir sind telefonisch und per Email sehr gut erreichbar und entsprechend vernetzt, so dass auch ein unverbindliches Gespräch vorab durchgeführt werden kann, um einen Termin zu planen und Fragen zu klären. Ob in unserm Büro, oder beim Außendienst, Sie finden immer einen Ansprechpartner.

(Im externen Einsatz, d.h. während einer aktiven Thermografie, bleibt jedoch das Mobiltelefon des Thermografen grundsätzlich lautlos, um das Pferd nicht zu beunruhigen und um unsere volle Konzentration auf Pferd, Reiter und Umgebung zu gewährleisten. Wir rufen aber selbstverständlich gern zurück.)